1Die Hügel waren grün und weit, und die Schafe sanft und ruhig. David passte jeden Tag auf sie auf, führte sie mit seinem Hirtenstab und einer abgenutzten Lederschleuder, die er stets an seiner Seite trug.
2Doch er hatte keine Angst. Eines Morgens schickte Davids Vater ihn los, um seinen älteren Brüdern Brot und Käse zu bringen. Die Brüder waren mit dem Heer Israels auf einem felsigen Hügel. David machte sich auf den langen Weg
3, seine kleine braune Tasche schwang an seiner Hüfte, die Sonne wärmte seine Schultern. Als David ankam, hörte er eine tiefe Stimme durch das Tal dröhnen. Da stand Goliath – ein Krieger größer als jeder Mann, den David je gesehen hatte
4. "Gibt es niemanden, der mutig genug ist?" Die Soldaten hinter David wichen zurück. Flüsternde Stimmen huschten wie Wind durch trockenes Gras. Keiner trat hervor
5. Für David fühlte es sich nicht anders an als sonst. "Ich gehe", sagte David leise. Die Männer des Königs brachten David einen schweren bronzenen Helm und dicke Rüstung. Als er einen Schritt machen wollte, wäre er beinahe umgefallen
6. "Ich kann das nicht tragen", sagte er ehrlich. "Ich bin es nicht gewohnt." Er legte die Rüstung zur Seite. Stattdessen ging David zum nächsten Bach. Er beugte sich hinunter und suchte fünf glatte Steine aus
7. Goliath schaute auf David herab und lachte dröhnend. "Ihr schickt einen Jungen mit einem Stock?" rief er. Sein Schild war hoch erhoben. Seine Stiefel ließen die Erde erzittern bei jedem schweren Schritt
8, führte die Schleuder in ruhiger Bahn – rundherum, so wie er es tausendmal getan hatte auf stillen Hügeln unter freiem Himmel. Der Stein flog. Goliaths großer Schild fiel mit einem Krachen, das durch das ganze Tal schallte
9. Der gewaltige Krieger schwankte – und dann, mit einem Geräusch wie ein fallender Baum, war er still. Eine lange Stille breitete sich über beide Hügel aus. Dann drehten die Soldaten auf der anderen Seite des Tals sich langsam um und gingen davon
10, die leere Schleuder an seiner Seite, fünf Steine in der Tasche und vier noch ungeworfen. Zuhause warteten die Schafe auf ihn. Der Himmel war weit und wunderbar blau.
