1Jona war ein Mann, der sein Zuhause liebte. Er mochte den Duft von frisch gebackenem Brot am Morgen und das Zwitschern der Vögel vor seinem Fenster. Doch eines Tages bekam er eine Nachricht – ein starkes, sicheres Gefühl in seinem Herzen. Geh nach Ninive, sagte es. Sag den Menschen dort, dass ich sie sehe. Ninive war sehr weit weg, voller Fremder, die Jona nicht kannte. Er wollte nicht dorthin gehen.
2Die Seeleute am Steg fragten nicht, wohin er wollte. Sie nahmen nur seine Münze und setzten das Segel. Jona kletterte an Bord und suchte sich eine ruhige Ecke. Das Wasser war ruhig und blau, und er schloss die Augen.
3Dann änderte sich der Himmel. Wolken türmten sich wie dunkle Wolle. Der Wind begann zu drücken und zu zerren. Die Wellen wurden hoch wie Mauern und das kleine Boot schwankte und ächzte. Jona setzte sich auf. Er schaute auf das wogende Meer und wusste – tief in seinem Inneren, wie man Wahrheiten spürt – dass der Sturm seinetwegen gekommen war.
4Jona sank langsam unter die Oberfläche. Das Wasser war kühl und grün und voller Licht.
5Der große Fisch öffnete sein weites Maul, und Jona wurde sicher hineingetragen. Drinnen war es warm und still, als würde man im Dunkeln zwischen zwei Herzschlägen ruhen.
6Drei Tage lang blieb Jona im Bauch des großen Fisches. In der Stille, ohne etwas zu sehen und ohne fliehen zu können, begann er endlich nachzudenken.
7Und er betete – keine schönen Worte, sondern ehrliche, solche, die sich anfühlen wie ausatmen nach langem Anhalten. Ich habe dich gehört, sagte er leise. Und ich bin jetzt bereit.
8Dann neigte der große Fisch seinen Körper behutsam, und Jona purzelte auf warmen Sand, blinzelnd im Morgenlicht.
9Einen Moment lang lag er da und spürte die feste Erde unter sich und die Sonne im Gesicht.
10Jona stand auf. Er klopfte den Sand von seinem Gewand, richtete seinen Mantel und blickte nach Osten – nach Ninive, sehr weit weg, voller Fremder, die ihn nicht kannten. Er holte einmal tief Luft. Dann begann er zu gehen.
