1Hoch oben auf dem Marshmallow-Berg lebte ein kleiner Drache namens Ember. Jede Nacht rollten sich alle anderen Drachen zusammen und schlossen die Augen. Doch in Embers Bauch brannte noch immer ein winziger, warmer Funke, der nicht ausgehen wollte.
2"Ich kann nicht schlafen", flüsterte Ember. "Mein Funke leuchtet zu hell." Er glühte wie ein kleiner orangefarbener Stern hinter seinen Rippen, flackerte und tanzte, während alle anderen träumten.
3Also schlich Ember leise an seiner schlafenden Familie vorbei hinaus in die kühle Nachtluft. Über ihm blinkten die Sterne langsam – fast, als wären auch sie schon ganz müde.
4Zuerst traf er eine eulenäugige Eule. "Wie wirst du schläfrig?", fragte Ember. "Ich atme dreimal langsam ein und aus", rief die Eule. Also atmete Ember ein... und aus... ein... und aus... ein... und aus.
5Sein Funke wurde ein wenig sanfter, wie eine Lampe, die gedimmt wird. Aber ausgegangen war er noch immer nicht. Also ging Ember weiter den leisen Pfad entlang.
6Als Nächstes traf er eine Schnecke, die eine winzige Laterne trug. "Wie wirst du schläfrig?", fragte Ember. "Ich stelle mir einen gemütlichen Ort vor", sagte die Schnecke. Also stellte sich Ember sein warmes Nest vor und den weichen Flügel seiner Mutter, der ihn umhüllte.
7Sein Funke wurde noch sanfter, wie eine Kerze hinter einem Vorhang. Aber ausgegangen war er noch immer nicht. Also wanderte Ember weiter – bis ganz hinauf zum Gipfel des Hügels.
8Dort traf er den Mond, rund und freundlich. "Wie wirst du müde, kleiner Drache?", fragte der Mond sanft. "Ich weiß es nicht", sagte Ember. "Mein Funke will einfach nicht ausgehen."
9Der Mond lächelte ein silbernes Lächeln. "Dein Funke soll gar nicht ausgehen, Ember. Er muss nur ganz klein werden. Ein Funke, der die ganze Nacht warm bleibt, ist genau das, was einen Drachen träumen lässt."
10Also rollte sich Ember unter den Sternen zusammen. Er atmete dreimal langsam ein und aus und stellte sich sein gemütliches Nest vor. Sein Funke wurde kleiner und immer wärmer, bis er ganz sanft glühte – und Ember endlich in den schönsten Drachentraum glitt. Gute Nacht, Ember. Gute Nacht.



